Skip to main content

Bild: © apiaster GmbH

Olsberg stimmt für mehr Natur am Violenbach

Die Gemeinde Olsberg will dem Violenbach wieder mehr Leben verleihen und plant die Revitalisierung des Gewässers und seiner Zuflüsse. Sie hat hierzu dem Kredit zur Finanzierung der Vorstudie und des Vorprojekts zugestimmt. Hiermit ist ein wichtiger Schritt getan, damit sich gefährdete Arten wie die Gelbbauchunke und der Glögglifrosch wieder am Violenbach wohl fühlen. Aqua Viva unterstützt das Vorhaben im Rahmen des Projekts «Lebendiger Dorfbach».


«Der Violenbach birgt grosses Potential für eine ökologische Aufwertung. Dadurch können gefährdete Arten wie die Gelbbauchunke und der Glögglifrosch profitieren und vorhandene Lebensräume miteinander vernetzt werden. Ich freue mich, dass Aqua Viva und Feldschlösschen die Gemeinde bei der Vorstudie finanziell unterstützen können»

Julia Szreniawa, Projektleiterin Gewässerschutz Aqua Viva

In Olsberg leben dank Feuchtwiesen, Überflutungsflächen, einem teilweise naturnahen Bachlauf sowie einigen umgesetzten Artenschutzmassnahmen etliche Tierarten am und im Wasser. So kommt nebst den stark gefährdeten Amphibienarten Gelbbauchunke und Geburtshelferkröte – im Volksmund Glögglifrosch genannt – auch die Bachforelle noch vor. Trotzdem hat der Violenbach, der über 4,3 Kilometer durch Olsberg fliesst, Revitalisierungsbedarf. Seine Zuflüsse sind teilweise eingedolt, Feuchtwiesen wurden trockengelegt, Bachufer befestigt und Wanderhindernisse für Fische geschaffen.

Die gefährdete Gelbbauchunke ist eine der Arten, die von der ökologischen Aufwertung des Violenbachs und seiner Zuflüsse profizieren würde. © apiaster GmbH

Von den Ausdolungen der Zuflüsse und Revitalisierungs-Massnahmen am Violenbach profitieren aber nicht nur unzählige, teils seltene, Tier- und Pflanzenarten, sondern vor allem auch der Mensch. Denn zusätzlich zu den ökologischen Aufwertungen soll der Hochwasserschutz verbessert und ein Bachzugang für die Bevölkerung mit spannenden Naturerlebnissen ermöglicht werden. Auch Planer Philipp Schuppli von apiaster GmbH ist vom Projekt überzeugt: «Die Renaturierung des Violenbachs ist eine Win-Win Situation für Mensch und Natur. Uns war wichtig, die betroffenen Landwirtschaftsbetriebe früh in die Planung einzubinden. Insbesondere deshalb unterstützen bislang alle kontaktierten Betriebe die vorgeschlagenen Revitalisierungsmassnahmen oder waren sogar bereit, noch weitere Aufwertungen zu ermöglichen. Mit den Landwirten und der Gemeinde als derart vorausschauende Projektpartner kann das Vorhaben für die ganze Region zum Leuchtturmprojekt werden.»

Angestossen wurde das Projekt mit finanzieller Unterstützung vom Salzgut Naturfonds durch den Naturschutzverein Olsberg. Die Gemeinde hat die Trägerschaft des Projekts übernommen und wird vom Kanton Aargau unterstützt. Am 30. November 2023 hat die Ortsbürger- und Gemeindeversammlung dem Kreditantrag von 62 000 Franken für Vorstudie und Vorprojekt zugestimmt. Dort werden unter anderem die ökologischen Potentiale und Defizite im und am Gewässerraum erhoben, die Ausgangssituation inklusive vorhandener Tierarten, Lebensräume und Wasserqualität erhoben sowie ein konkreter Projektplan erstellt. Von den Kosten werden 20 000 Franken vom Projekt «Lebendiger Dorfbach» von Aqua Viva und Feldschlösschen übernommen.

Mehr Gewässernews

Vergrösserung des Grimsel-Stausees

Das Grimsel-Gebiet ist ökologisch wertvoll und landschaftlich eindrücklich. Durch die Vergrösserung des Grimsel-Stausees werden grosse Teile davon überstaut. Um Energiewende und Klimaschutz voranzubringen, ist Aqua Viva bereit, auf weitere rechtliche Schritte zu verzichten.

KKW Beznau: Kühlwasser bedroht Fischbestände

Wassertemperaturen von über 25 Grad können für Fische tödlich sein. Trotzdem will die Axpo am Atomkraftwerk Beznau auch dann noch bis zu 33 Grad warmes Kühlwasser in die Aare leiten, wenn diese kritische Schwelle bereits überschritten ist. Aqua Viva hat dagegen Einsprache erhoben.

Vom Klassenzimmer ans Wasser

Im Rahmen des Angebots «Wasserstadt Zürich» führen die Naturschulen Zürich, PUSCH und Aqua Viva Wassererlebnistage am Wehrenbach durch. Schüler:innen aus zehn Zürcher Schulen lernen so den Bach aus verschiedenen Perspektiven kennen.

Auch kleine Gewässer brauchen Raum

Die Gemeinde Freienbach SZ möchte ihren Gewässern nicht den gesetzlich vorgeschriebenen Raum zugestehen. Dagegen haben Aqua Viva, Pro Natura und WWF beim kantonalen Verwaltungsgericht Beschwerde eingereicht.