Bild: © Michel Roggo - roggo.ch

Die Rückkehr des Lachses

Bald schon könnte der Lachs im Rhein wieder bis nach Basel schwimmen und seinen einstigen Laichgründen in der Schweiz ein gutes Stück näher kommen. Schaffen wir es bis dahin, unsere Gewässer wieder fischgängig zu machen und ausreichend Lebensräume für den "König der Fische" zu schaffen? Aqua Viva arbeitet daran! Denn wo es dem Lachs gut geht, fühlen sich auch andere Gewässerbewohner wohl. 

Früher gab es Lachse im Überfluss

Vor mehr als 100 Jahren war der Rhein noch der grösste Lachsfluss Europas, die Lachsfischerei ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Schweiz und Lachse zeitweise das günstigste Lebensmittel. In Basel wurde sogar per Verordnung untersagt, Dienstmägde mehr als sechs Mal pro Woche mit Lachs zu verpflegen. Leider sind es nur noch solche Anekdoten, die heute von den einst riesigen Lachs-Beständen der Schweiz zeugen.

Was der Lachs braucht

Aufgrund nicht fischgängiger Wasserkraftwerke im Rhein gilt der Lachs bei uns seit 1958 als ausgestorben. Nun ist er jedoch auf dem Weg zurück! Lediglich drei sanierungsbedürftige Wasserkraftwerke kurz vor der Schweizer Grenze verhindern noch seine Heimkehr. Doch der Lachs ist nicht nur auf freie Wanderkorridore, sondern auch auf intakte Lebensräume angewiesen.

Geeignete Gewässer für die Lachsrückkehr

Wiederbesiedlungsperimeter des Lachses in der Schweiz. Er orientiert sich am historischen Vorkommen des Lachses und wurde vom BAFU in Zusammenarbeit mit dem WWF und anderen Expert:innen festgelegt.

Unser Einsatz für den Lachs

Es gibt also noch viel zu tun, damit sich der Lachs in der Schweiz wieder heimisch fühlt. Gut, dass sich bereits zahlreiche Akteure auf den Weg gemacht haben. Auch Aqua Viva arbeitet an der Lachs-Rückkehr. In 2021 haben wir die Wiederherstellung der Fischgängigkeit an zahlreichen Wasserkraftwerken begleitet, uns für Revitalisierungen entlang von Thur und Sihl eingesetzt und mit unserem Lachs-Erlebnistag zahlreiche Kinder und Jugendliche für den faszinierenden Langstreckenschwimmer begeistert.

Ob zukünftig wieder riesige Lachs-Schwärme durch die Schweizer Gewässer wandern? Sicher ist nur, dass von jedem fischgängigen Kraftwerk und jeder Revitalisierung nicht nur der Lachs, sondern alle Gewässerbewohner profitieren. In diesem Sinne ist jedes Lachs-Projekt ein wichtiger Beitrag, um das Artensterben in und entlang unserer Gewässer zu stoppen.


Mehr zum Lachs

In der Ausgabe aqua viva 1/2022 dreht sich alles um den Lachs: Was braucht es, damit er sich in der Schweiz wohlfühlt? Wie hilft uns das genetische Monitoring zur Erfassung der Lachsbestände? Und welche Projekte laufen in der Schweiz zur Lachsrückkehr? 


Aus dem Leben eines Lachses

Im Kiesbett eines natürlichen Flusses sind mehrere junge Lachse kurz davor, aus ihren Eiern zu schlüpfen (1). Nachdem sie ihren Dottersack aufgebraucht haben, beginnen sie mit der Jagd auf kleine wirbellose Tiere (2). Nach einigen Jahren im Gewässer wandern die Lachs dann ins Meer (3). Sobald sie fortpflanzungsfähig sind, machen sie sich wieder auf den Heimatweg. Dabei lassen sie sich von ihrem Geruchssinn leiten und überwinden bis zu zwei Meter hohe Hindernisse (4).

Von den Nachbarn lernen

Seit rund 30 Jahren begleitet Jörg Schneider die Lachsrückkehr in Deutschland. Mit Aqua Viva blickt er zurück und spricht über die Herausforderungen auf dem Weg zu stabilen Lachsbeständen in Deutschland und vielleicht auch bald in der Schweiz.


«AUCH BEI UNS KÖNNEN WILDLACHSE IN DICHTEN VORKOMMEN WIE IN SCHOTTLAND, NORWEGEN ODER SCHWEDEN.»

Jörg Schneider, promovierter Biologe, Gutachter und Inhaber 
der Bürogemeinschaft für fisch- und gewässerökologische Studien Frankfurt (BFS)

Aqua Viva im Einsatz für den Lachs

Aqua Viva setzt sich mit Projekten wie Fluss frei! für die Wiedervernetzung von Bächen und Flüssen ein, kämpft in Begleitgruppen für die Fischgängigkeit von Wasserkraftwerken und unterstützt Gemeinden und Kantone bei der Gewässerrevitalisierung. So schaffen wir vernetzte Lebensräume für Lachs und Co.

DER LACHS-ERLEBNISTAG FÜR SCHULEN

Der Lachs legt in seinem Leben tausende Kilometer zurück und ist bei uns seit 60 Jahren ausgestorben. Doch was sind die Gründe für sein Verschwinden? Was können wir tun, damit er wieder in die Schweiz zurückkehrt? An einem Erlebnistag von Aqua Viva und WWF gehen Schüler:innen diesen Fragen nach. Sie erleben hautnah, was ein natürliches Gewässer auszeichnet.
GEWÄSSER VERNETZEN

Aqua Viva kämpft für freie und vernetzte Gewässer. Wir machen den Weg frei für Lachs und Co.

LEBENSRÄUME SCHAFFEN

Aqua Viva identifiziert geeignete Lebensräume und hilft bei Revitalisierung von Lachsgewässern. 

Kontakt

Christian Hossli

Christian Hossli

Projektleiter Gewässerschutz, Geschäftsführer IG Lebendige Thur

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