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Wanderfische im Porträt


aal

Rund 6'000 Kilometern schwimmen Aale von ihren Laichplätzen in der Sargassosee vor Nordamerika bis an die Europäische Küste. Diese Reise dauert zwei bis drei Jahre. Wo heute noch Aale bei uns vorkommen, stammen sie aus Besatzmassnahmen. Aale wandern aber nicht nur innerhalb des Wassers: Mit Hilfe ihrer stark durchbluteten Haut können sie Sauerstoff aus der Luft aufnehmen und sich über kürzere Strecken auch an Land fortbewegen.


äsche

Die Äsche ist ein Kaltwasserfisch. Am besten geht es ihr bei Wassertemperaturen von 10 bis 15 Grad. Werte von 20 Grad Celsius und mehr beeinträchtigen das Wohlbefinden der Äsche deutlich, ab 25 Grad wird es kritisch. Erwärmt sich das Wasser, wandern die Fische in kühlere Seitengewässer oder die Tiefen eines Sees. Ist ihnen der Weg durch Wehre und Schwellen versperrt, kann es wie im Hitzesommer 2003 zu Massensterben kommen. Damals verendeten allein im Rhein bei Schaffhausen mehr als 10’000 Äschen.


Atlantischer Lachs

Vor mehr als hundert Jahren schwammen noch rund eine Million (!) Lachse im Rhein. Heute gilt der Lachs in der Schweiz als ausgestorben. Auf ihren Jagd- und Laichwanderungen legen viele Lachse mehrere tausend Kilometer zurück. Sie können täglich bis zu hundert Kilometer schwimmen und dabei Hindernisse von bis zu drei Meter Höhe überspringen. Leider ist das nicht genug um auch die letzten drei verbliebenen Kraftwerkswehre in Frankreich noch zu überwinden. Nur sie stehen ihrer Rückkehr in die Schweiz noch im Wege.


Barbe

Die Barbe lebt gesellig und hält sich meist in Bodennähe auf. In den Wintermonaten versammeln sich die Fische zu grossen Schwärmen und wandern in ruhige Gewässer. Sie verringern ihre Aktivität und halten Winterruhe. Bei ihren nächtlichen Streifzügen zur Nahrungsaufnahme legen die Fische oft mehrere Kilometer zurück. Barben ernähren sich unter anderem von verschiedenen Wasserinsekten und deren Larven. Um sie aufzuspüren, wenden sie mit der fleischigen Schnauze auf dem Grund liegende Steine.


hecht

Hecht

Hechte sind typische Auen-Bewohner. Zum Laichen ziehen sie mit dem Frühlingshochwasser in überflutete Gebiete und kehren vor deren Austrocknen wieder in tieferes Gewässer zurück. Auch wenn die zurückgelegten Distanzen auf den ersten Blick nicht so gross sind, zeigen Beispiele aus der Praxis, wie wenig wir noch über die Hechtwanderung wissen. So wurde in einer Studie in England herausgefunden, dass eine Hechtdame innerhalb eines Monats 100 Kilometer zurücklegte.


Rotauge

Meist in kleinen Schwärmen verlassen Rotaugen im Herbst die Seen, um im darauffolgenden Frühling zurückzukehren. Das Interessante daran: Die Wanderung wird nur von einem Teil der Population vollzogen. Studien belegen, dass die Wanderung ein Trade-off ist zwischen der tieferen Prädationsgefahr in den Flüssen und den höheren Wachstumschancen in den Seen. Ob ein einzelner Fisch wandert, hängt von der individuellen Kondition ab: Grössere Tiere begeben sich eher auf die Wanderschaft und bleiben länger in den Flüssen als kleinere Fische.

rotauge

 

 

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