Unsere Gewässer sind die Lebensadern der Schweiz. Sie erfüllen unverzichtbare Funktionen für Natur und Mensch. Damit sie das können, brauchen sie ausreichend Raum. Obwohl der Bund ihnen diesen bereits 2011 zugesprochen hat, hapert es bei der Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben. Ein Versäumnis, das wir uns angesichts der zentralen Bedeutung intakter Gewässerräume nicht leisten können.
Wenn Umweltschutzorganisationen die Stimme erheben für Landschaften und Lebensräume, die im aktuellen öffentlichen und/oder politischen Fokus stehen, wurde bereits vor 20 Jahren und wird auch heute wieder das Verbandsbeschwerderecht in Zweifel gezogen. Indem die Umweltschutzorganisationen zum Sündenbock abgestempelt werden, wird häufig abgelenkt von einer fehlenden Interessenabwägung und mangelhafter Projektplanung.
Wenn Umweltschutzorganisationen die Stimme erheben für Landschaften und Lebensräume, die im aktuellen öffentlichen und/oder politischen Fokus stehen, wurde bereits vor 20 Jahren und wird auch heute wieder das Verbandsbeschwerderecht in Zweifel gezogen. Indem die Umweltschutzorganisationen zum Sündenbock abgestempelt werden, wird häufig abgelenkt von einer fehlenden Interessenabwägung und mangelhafter Projektplanung.
Obwohl die Schweiz als «Wasserschloss Europas» über grosse Wasserressourcen verfügt, kommt es regional und zeitlich begrenzt immer wieder zu Phasen mit eingeschränkter Wasserverfügbarkeit. Aufgrund des Klimawandels könnten diese zukünftig noch häufiger auftreten und länger andauern. Um die wachsenden Ansprüche an unsere Gewässer – beispielsweise im Kontext der landwirtschaftlichen Bewässerung – mit deren Lebensraumfunktion für Tiere und Pflanzen in Einklang zu bringen, bedarf es daher noch grosser Anstrengungen.
Das Ausmass und die Dramatik des globalen und schweizweiten Artensterbens in den Süsswasserlebensräumen sind mittlerweile bekannt. Trotzdem wird zu wenig darüber gesprochen und noch seltener entschieden gehandelt. Die Politik muss aufwachen und reagieren. Nur so können wir die letzten intakten Gewässerlebensräume der Schweiz erhalten und den zahlreichen bedrohten Tieren und Pflanzen eine Zukunsperspektive bieten.
Die Schweiz hat viele Jahre von der Wasserkraft profitiert. Die Leidtragenden sind unsere Gewässer und die darin lebenden Tier- und Pflanzenarten. Heute wissen wir um kostengünstigere Energieformen und enorme Einsparpotentiale beim Energieverbrauch. Mit ihnen besteht die Chance, unsere Gewässer endlich zu entlasten und gleichzeitig den Klimaschutz zu stärken. Nutzen wir sie und bewahren unseren Gewässern ein Stück Natürlichkeit.
Die Schweiz verfügt seit 1992 über ein weitreichendes Gewässerschutzgesetz. Rund 30 Jahre nach dessen Inkraftsetzung droht dieser Erfolg zu verblassen: Die Umsetzung verzögert sich auf allen Ebenen. Aqua Viva sagt: Schluss damit! Um dem Gewässerschutzgesetz zum Durchbruch zu verhelfen, müssen sich Politik und Verwaltung endlich zu einem konsequenten Vorgehen durchringen.
Mehr Restwasser, weniger Hindernisse und was es sonst noch braucht, um unsere Gewässer fit zu machen für den Klimwandel, erklären wir in unserem aktuellen Positionspapier. Damit wir uns in Zukunft über lebendige Gewässer in der Schweiz freuen können.
Die parlamentarische Initiative «Ausbau der Wasserkraft zur Stromerzeugung und Stromspeicherung. Anpassung der Umweltverträglichkeitsprüfung» von Albert Rösti droht das Verursacherprinzip im Gewässerschutz auszuhebeln - ein Grundsatzentscheid mit unvorhersehbarer Tragweite.
Die Energiestrategie ist ein wichtiger und zukunftsweisender Schritt für eine nachhaltigere und gefahrenfreiere Energieversorgung der Schweiz. Aqua Viva warnt jedoch vor einer Übernutzung unseres wertvollen Fliessgewässersystems.