Skip to main content

 

28. Mai 2025

IG Lebendige Thur startet Citizen-Science-Projekt

Die Interessengemeinschaft Lebendige Thur lanciert ein neues Citizen-Science-Projekt, das die Bevölkerung einlädt, die vielfältige Tier- und Pflanzenwelt entlang der Thur zu erforschen und zu dokumentieren. Ziel ist es, aktuelle Daten über die Biodiversität des Flusses zu sammeln und das Bewusstsein für die Bedeutung natürlicher Lebensräume zu stärken.

Die Thur war einst ein wilder, breit verzweigter Fluss mit Inseln, Auwäldern und wandernden Fischen wie dem Lachs. Ab 1880 wurde sie kanalisiert, begradigt und zwischen Dämmen auf rund 45 Meter eingeengt – ihre natürliche Dynamik ging vielerorts verloren. Heute zeigt sich die Thur unterschiedlich: teils begradigt und verbaut, teils noch als lebendiger Wildbach wie die Säntisthur erhalten. An einigen Abschnitten, etwa im Schaffäuli oder in den Thurauen, wurden Fluss und Auenlandschaften bereits erfolgreich renaturiert. Viele Abschnitte haben Potential für eine ökologische Aufwertung.

Ein Eisvogel im Schaffäuli. Helfen Sie mit, die Artenvielfalt an der Thur zu erfassen! Bild: © Dominic Tinner, Aqua Viva

Eine Übersicht der Arten entlang der Thur ist entscheidend für künftige Schutz- und Fördermassnahmen. Deshalb ruft die IG Lebendige Thur alle Interessierten auf, ihre Beobachtungen von Pflanzen, Vögeln, Insekten und anderen Lebewesen selbstständig zu erfassen und zu melden. Die Daten fliessen in eine zentrale Datenbank ein. Zum Mitmachen sind keine besonderen Artenkenntnisse erforderlich. Ob allein, mit der Familie, als Schulklasse oder im Verein – jede:r kann einen Beitrag leisten! Melden Sie Ihr Beobachtungen von Pflanzen und Tieren entlang der Thur auf der Plattform iNaturalist und leisten Sie so Ihren Beitrag für eine lebendige Thur.

Mehr Gewässernews

Kinder erforschen den Haselbach – bevor die Revitalisierung beginnt

Mit Kescher, Becherlupe und Messband erkundeten rund 30 Schüler:innen der Primarschule Maschwanden den Haselbach. Sie bestimmten kleine Wassertiere und dokumentierten den Zustand des Gewässers – kurz bevor im Sommer die Revitalisierung beginnt. Aqua Viva begleitet sowohl die Revitalisierung als auch die pädagogischen Aktivitäten.

Über 32'000 fordern: Unser Wasser besser schützen

Vertreter:innen der Allianz «Sauberes Wasser – gesunde Schweiz» haben in Bern 32'052 Unterschriften für den Appell «gesundes-wasser.ch» eingereicht. Der Appell fordert Bundesrat und Parlament auf, den Schutz unserer Gewässer und des Trinkwassers nicht weiter zu schwächen – sondern endlich zu stärken. Dies ist ein deutliches Signal aus der Bevölkerung: Unser Trinkwasser muss trinkbar bleiben.

Die Forelle macht’s selbst

Schmale Bäche beherbergen erstaunlich viele junge Forellen und das ganz ohne Besatz. Das verdeutlicht eindrücklich, wie wichtig intakte, naturnahe Gewässer für den Erhalt stabiler Forellenbestände sind. Gleichzeitig stellen sie die bisherige Bewirtschaftungspraxis in Frage und regen zu einem grundlegenden Umdenken an.

Spuren der Fischwanderung und die Bedeutung für Seeforellengewässer

Grosse Seeforellen bringen als fruchtbare Elterntiere viele Nachkommen in die Seezuflüsse, aus denen sowohl See- als auch Bachforellen entstehen. Die Bestände unterscheiden sich zwischen Seen und verschiedenen Seezuflüssen innerhalb eines Sees. Vielfältige genetische Muster sollten bei der Bewirtschaftung berücksichtigt werden.