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Flussregenpfeifer

Zeichnung eines Flussregenpfeiffers

Bild: © vinx83 – stock.adobe.com

Flussregenpfeifer

Der Flussregenpfeifer ist ein kleiner, flink wirkender Watvogel, der perfekt an das Leben auf offenen Kies- und Sandflächen angepasst ist. Charakteristisch sind seine gelben Augenringe, die kurze schwarze Brustbinde und sein schneller, trippelnder Lauf. In der Schweiz brütet er vor allem auf Kiesbänken und Schotterflächen entlang von Flüssen im Mittelland und in den grossen Alpentälern – etwa auch im Pfynwald. Zudem nutzt er Ersatzlebensräume wie Kiesgruben für seine Brut. Sein Nest ist eine einfache Mulde am Boden, die Eier sind hervorragend getarnt. Die Jungvögel sind Nestflüchter und verlassen das Nest kurz nach dem Schlüpfen. Der Flussregenpfeifer ernährt sich von Insekten und anderen kleinen Wirbellosen, die er am Boden aufpickt. Durch Flusskorrektionen, Freizeitnutzung und den Verlust dynamischer Auenlandschaften steht die Art heute stark unter Druck. Mit Rücksichtnahme in Brutgebieten und der Renaturierung von Flussauen können wir wesentlich zu seinem Schutz beitragen.

Zeichnung: Nadine Colin, illustrat.ch

Wissenschaftlicher Name

Charadrius dubius

Ordnung

Regenpfeiferartige

Lebensraum

Kiesgruben, Kulturland, Seen, Feuchtgebiete, Fliessgewässer

Schutzstatus

Rote Liste, stark gefährdet (EN)

Grösse

Länge: 15 Zentimeter
Spannweite: 32 bis 35 Zentimeter

Gewicht

30 bis 50 Gramm

Höchstalter

18 Jahre

Themenbereich Biodiversität

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Kiesbank-Grashüpfer

Zeichnung eines Kiesbank-Grashüpfers

Bild: © Christian Roesti, orthoptera.ch

Kiesbank-Grashüpfer

Der Kiesbank-Grashüpfer ist eine kleine Kurzfühlerschrecke aus der Familie der Feldheuschrecken. Auffällig sind die leuchtend roten Hinterschienen und die dunklen Flecken auf den Hinterbeinen. In der Schweiz besiedelt die Art Kiesbänke der Rhone im Pfynwald und anderer dynamischer Abschnitte von Alpenflüssen. Lebensräume, die regelmässig überschwemmt und nur spärlich bewachsen sind. Die erwachsenen Tiere sind von Juli bis September aktiv und ernähren sich vor allem von Gräsern und krautigen Pflanzen. An heissen Tagen ziehen sie sich in die Vegetation oder zwischen Steine zurück, nachts ruhen sie oft leicht erhöht in 10 bis 30 Zentimetern Höhe. Auch die Männchen wählen erhöhte Sitzwarten, von denen aus sie mit kurzen Schwirrlauten Weibchen anlocken. Die Eier werden in den Boden abgelegt, die Larven schlüpfen im Folgejahr.

Durch Flussbegradigungen, Kanalisierungen und den Verlust von Auenlandschaften gilt der Kiesbank-Grashüpfer in der Schweiz als vom Aussterben bedroht.

Zeichnung: © Christian Roesti, orthoptera.ch

Wissenschaftlicher Name

Chorthippus pullus

Ordnung

Heuschrecken

Lebensraum

Kies- und Schotterbänke dynamischer Flüsse und angrenzende Flussauen, Heiden und Trockenrasen mit sandigem Untergrund

Schutzstatus

Rote Liste, vom Aussterben bedroht (CR)

Grösse

Männchen 12 bis 17 Millimeter
Weibchen 18 bis 22 Millimeter

Gewicht

circa 0,3 bis 0,5 Gramm

Höchstalter

1 Jahr

Themenbereich Biodiversität

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Europäische Sumpfschildkröte

Zeichnung eines Hechtes

Bild: © fabiosa_93 - stock.adobe.com

Europäische Sumpfschildkröte

Die Europäische Sumpfschildkröte gilt als ortstreu und hält sich überwiegend im Bereich ihrer Wohngewässer auf. Mehrere Jahrzehnte sind die Tiere dort anzutreffen, denn Sumpfschildkröten werden im Durchschnitt etwa 30 Jahre alt. Das bisher älteste entdeckte Tier lebte sogar 120 Jahre in einem botanischen Garten im Süden Frankreichs. Nur wenn sich die Lebensraumbedingungen am Wohngewässer verschlechtern, machen sich die Tiere auf die Suche nach neuem Lebensraum. Allerdings legen sie selbst dann nur Strecken von rund 1000 Meter zurück. Die Sumpfschildkröte ist eine echte Wasserschildkröte, dennoch begegnet sie uns auch an Land: zur Eiablage und teilweise auch zur Nahrungssuche. Zum fressen muss sie allerdings wieder ins Wasser, denn sie kann an Land nicht schlucken. Unter Wasser hält sie die Nahrung mit den Vorderbeinen fest und reisst Stücke davon ab. Zum Schlucken stösst sie dann ruckartig den Kopf vor und der dadurch verursachte Wasserstrom spült den Nahrungsbrocken in den Hals.

Zeichnung: Nadine Colin, illustrat.ch

Wissenschaftlicher Name
Emys orbicularis

Ordnung
Schildkröten

Lebensraum
stille oder langsam fliessende Gewässer, Uferbereiche von Binnenseen, Teiche, Gräben und Altarme von Flüssen 

Schutzstatus
Rote Liste, vom Aussterben bedroht (CR) 

Grösse
bis zu 20 Zentimeter; Maximallänge wird nur von Weibchen erreicht

Grösse
die Weibchen können bis zu 1 Kilogramm schwer werden 

Lebenserwartung
Durchschnittlich 30, maximal 120 Jahre 

Themenbereich Biodiversität

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Bach- und Seeforelle

Zeichnung eines Hechtes

Bild: © scubaluna – stock.adobe.com

Bach- und Seeforelle

Alle fünf Forellenarten der Schweiz können sowohl Bach- als auch Seeforelle ausbilden. Beide Ökotypen laichen im Winter, meist zwischen November und Januar, im Kies kühler, sauerstoffreicher Bäche und Flüsse. Dort entwickeln sich auch die Jungtiere. Während die Bachforelle ihr gesamtes Leben im Fliessgewässer verbringt, wandern Jungtiere der Seeforelle im Alter von ein bis zwei Jahren in Seen ab. Kurz davor verlieren sie ihre typischen roten Punkte und bilden eine silbrig glänzende Schicht in der Haut. In den Seen finden sie reichere Nahrungsgründe und können deutlich grösser werden, dafür ist das Risiko gefressen zu werden deutlich höher. Zur Fortpflanzung kehren die überlebenden Forellen in die Zuflüsse zurück und vergraben ihre Eier in Laichgruben im lockeren Kies. Auf dem Speiseplan beider Ökotypen stehen tierische Nahrungsquellen wie Insekten, Schnecken oder andere Fische. Verbauungen, fehlende Laichplätze, Wasserkraftnutzung und die Erwärmung der Gewässer setzen den Forellen stark zu, denn sie stellen hohe Ansprüche an ihren Lebensraum: Sie brauchen klares und kaltes Wasser, naturnahe Ufer, strukturreiche Gewässersohlen und freie Wanderwege.

Zeichnung: Nadine Colin, illustrat.ch

Wissenschaftlicher Name
Atlantische Forelle: Salmo trutta
Zebraforelle: Salmo rhodanensis
Donauforelle: Salmo labrax
Trota Fario: Salmo cenerinus
Marmorata: Salmo marmoratus

Ordnung
Lachsartige

Lebensraum
See- und Bachforellen laichen in kühlen Fliessgewässern, Seeforellen kehren aus Seen nur zum Laichen zurück.

Schutzstatus
Seeforelle Salmo trutta (f. lacustris):
stark gefährdet (EN)
Bachforelle Salmo trutta (f. fario):
potentiell gefährdet (NT)

Grösse
Seeforelle 40 bis 100 Zentimeter,
Bachforelle 20 bis 60 Zentimeter

Gewicht
Seeforelle 0,8 bis 10 Kilogramm,
Bachforelle 0,5 bis 2 Kilogramm

Höchstalter
Über 10 Jahre

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Elritze

Zeichnung einer Elritze

Bild: © scubaluna – stock.adobe.com

Elritze

Der kleine Fisch mit den grossen Augen und der spitzen Schnauze ist ein lebhafter, flinker Schwarmfisch. Die Elritze ernährt sich von Insektenlarven, Fischlaich, Kleinkrebsen oder Algen, gleichzeitig dient sie grösseren Fischen wie der Bachforelle als Beute. Sie wächst langsam, wird meist im ersten oder zweiten Lebensjahr geschlechtsreif und laicht in Gruppen zwischen April und Juni im flachen Wasser, wo die Eier an Steinen haften. In klaren, sauerstoffreichen Bächen und Flüssen der Schweiz leben die Donau-Elritze (oben), die mediterrane Elritze (mitte) und südliche Elritze (unten). Zudem wurde kürzlich die Seeelritze entdeckt, die in grossen Seen des Aare-Einzugsgebiets lebt. Damit zeigt sich eine klare Trennung zwischen see- und flusslebenden Arten, welche ebenfalls bei den Schmerlen bekannt ist. Das lange angenommene schweizweite Vorkommen der Elritzenart Phoxinus phoxinus wurde damit widerlegt. Die Elritzen zeigen, dass unser Wissen über die Fischarten der Schweiz noch lückenhaft ist – und wie wichtig es ist, unsere Gewässer zu untersuchen und zu schützen, damit wir nicht Arten verlieren, die wir noch kaum kennen. Die Elritze ist Fisch des Jahres 2026 des Schweizerischen Fischerei-Verbands. 

Zeichnung: Nadine Colin, illustrat.ch

Wissenschaftlicher Name

Donau-Elritze: Phoxinus csikii
Mediterrane Elritze:
Phoxinus septimaniae
Südliche Elritze:
Phoxinus lumaireul
Seeelritze:
Phoxinus sp. nov. 

Ordnung

Karpfenartige 

Lebensraum

Klare, flache Fliessgewässer und Seen 

Schutzstatus

Donau-Elritze und mediterrane Elritze: nicht bedroht (LC)
Südliche Elritze: Verletzlich (VU)
Seeelritze: Noch zu bestimmen
 

Grösse

5 bis 9 Zentimeter 

Gewicht

5 bis 20 Gramm 

Höchstalter

Unbekannt 

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